Praktische Philosophie

Praktische Philosophie

Ansprechpartner:  Frau Nienhuysen und Frau Bartel

Schulinterner Lehrplan

Was verbirgt sich hinter dem Fach Praktische Philosophie?

 Beschäftigt man sich mit diesen Fragen, 
so ist man schon mitten in einem Teilbereich der Philosophie angelangt. 

„Ein wunderbares Zeichen dafür, dass der Mensch als solcher ursprünglich philosophiert, sind die Fragen der Kinder. Gar nicht selten hört man aus Kindermund, was dem Sinne nach unmittelbar in die Tiefe des Philosophierens geht.“ Karl Jaspers

Der Philosoph Epikur sagte:
„Philosophie ist die Tätigkeit in Gedanken und Reden, die ein glückliches Leben schafft.“
 
Kurz könnte man sagen: Im Fach Praktische Philosophie beschäftigt man sich mit all denjenigen Lebensfragen, die sonst überall zu kurz kommen. Philosophische Fragen wie zum Beispiel:
 
Was ist Lüge- Was ist Wahrheit? Was ist Realität? Warum suchen Menschen miteinander Freundschaft? Was ist ein menschenwürdiges Leben? Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es ein Leben nach dem Tod?  Haben Tiere Rechte? Sind wir frei in unserem Willen? Was heißt vernünftig? Wie kann man logisch argumentieren?
 

Der Unterricht im Fach Praktische Philosophie richtet sich gemäß § 37 des Schulgesetzes an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen.
 
Praktische Philosophie trägt zum Bildungsauftrag der Schule bei, der die persönliche, soziale und politische Bildung der Schülerinnen und Schüler umfasst. Das Fach fördert die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit zu sozialer Verantwortung, zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft, zur Orientierung an Grundwerten, zur kulturellen Mitgestaltung sowie zu verantwortlicher Tätigkeit in der Berufs- und Arbeitswelt. Unsere Gesellschaft ist gekennzeichnet durch eine Pluralisierung der Lebensformen, der sozialen Beziehungen und der Wertvorstellungen sowie durch das Zusammenleben von Menschen verschiedener Ethnien und Kulturen mit unterschiedlichen religiösen Vorstellungen und Weltanschauungen. Unübersichtlichkeiten in der Berufs- und Freizeitwelt erschweren die Besinnung auf zentrale Lebenswerte und eine Auseinandersetzung damit.
Zentrales Anliegen des Faches ist es, zur Entwicklung von Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern beizutragen, die sie befähigen, die Wirklichkeit differenziert wahrzunehmen und sich systematisch mit Sinn- und Wertefragen auseinanderzusetzen, sie bei der Suche nach Antworten auf die Frage nach dem Sinn menschlicher Existenz anzuwenden und in einer demokratischen Gesellschaft selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und tolerant zu leben. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln dazu Empathiefähigkeit und gelangen zu einem Wert- und Selbstbewusstsein, das verantwortliches Handeln begründet. Im Unterricht sollen durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Ideen, Wertvorstellungen und Normen Kriterien für deren Beurteilung erarbeitet und die eigene Reflexions- und Urteilsfähigkeit gefördert werden. Das Verständnis für weltanschauliche, religiöse und ideengeschichtliche Positionen ist Grundlage für interkulturelle und intrakulturelle Toleranz und ermöglicht kognitive, emotionale und soziale Orientierungen. (KLP Praktische Philosophie, NRW, 2008, S.9).

Der Unterricht orientiert sich an 7 Fragenkreisen (Themengebieten):
 
1. Die Frage nach dem Selbst
2. Die Frage nach dem Anderen
3. Die Frage nach dem guten Handeln
4. Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft
5. Die Frage nach Natur, Kultur und Technik
6. Die Frage nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien
7. Die Frage nach Ursprung, Zukunft und Sinn
 
In der Auseinandersetzung mit der Thematik der sieben Fragenkreise erwerben Schülerinnen und Schüler Kenntnisse in der Leitwissenschaft Philosophie und den Bezugswissenschaften Religionswissenschaft, Psychologie und Soziologie. Dabei werden religionswissenschaftliche Grundkenntnisse über die großen Religionen erworben unter besonderer Berücksichtigung ihrer Wertekategorien und des daraus resultierenden Menschenbildes.
Aus den Fragenkreisen werden unter Berücksichtigung der drei didaktischen Perspektiven konkrete Unterrichtsthemen entwickelt:

Anmeldung:
Praktische Philosophie wird am Leopoldinum ab Jahrgang 5 angeboten, die Eltern/Erziehungsberechtigten können bei der Anmeldung am Leopoldinum PPL als Fach auswählen, oder später schriftlich (ein formloser „Einzeiler“ mit Unterschrift) zum Ende eines Schuljahres bestätigen, dass Ihr Kind zum nächsten Schuljahr am PPL-Unterricht teilnehmen soll. Ab dem 14. Lebensjahr obliegt die Entscheidungsgewalt den Jugendlichen, das heißt, sie entscheiden selbstständig, ob sie am konfessionellen Unterricht, oder am PPL-Unterricht teilnehmen möchten.
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