Literatur

Als Alternative zur Wahl von Kunst oder Musik (ersatzweise Orchester) als Grundkurs im musisch-künstlerischen Aufgabenfeld wird seit 1981 ein einjähriger Literaturkurs (3 Wochenstunden) in der Jgst. 12 angeboten.

 

Besonderheiten des Literaturkurses

Sein Schwerpunkt „liegt nicht in der analytischen Auseinandersetzung mit Texten, sondern im produktivästhetischen Umgang mit ihnen“ (Richtlinien Literatur). Im Gegensatz zu den Grundkursen in anderen Fächern muss der Literaturkurs projekt- und produktorientiert sein und Werkstattcharakter haben.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entscheiden sich zu Beginn des Schuljahres für einen Kurs in einem der drei möglichen Bereiche:

  • Schreiben (z. B. Literaturmagazin, literarisches Café, Hypertext)
  • Theater (fertiges Stück, Stück zu einem Thema verfassen, Szenenmontage, Kabarett…)
  • Medien (Videoprojekt, Computerprojekt, Bild-/Tonprojekt, Multimediaprojekt)

In diesem Schuljahr (2005/2006) wird erstmals versucht, die Bereiche Theater und Medien mit einem Kurs abzudecken.

Da jeweils eine große Zahl von Schülerinnen und Schülern Literatur belegen will oder muss, werden seit Jahren zwei bis drei Kurse gleichzeitig angeboten, sodass die Schülerinnen und Schüler die Qual der Wahl haben. Praktisch wird die Wahl des Bereiches durch die Schülerinnen und Schüler am Leopoldinum folgendermaßen organisiert:

  1. Am Ende des vorhergehenden Schuljahres wird unter den Lehrerinnen und Lehrern geklärt, wer im folgenden Jahr den Theaterkurs leitet. Dieser ist nämlich besonders zeitaufwändig und bedarf auch einiger Leidenschaft für das Theater. Außerdem wird festgelegt, wer den oder die anderen Kurse leiten soll.
  2. Zu Beginn des nächsten Schuljahres treffen sich alle Schülerinnen und Schüler der Literaturkurse in der Neuen Aula. Dort werden ihnen von der Leitung des Theaterkurses die relativ harten Teilnahmebedingungen mitgeteilt und erläutert (keine festen Arbeitsverpflichtungen am Wochenende, keine Führerscheinkurse während der „heißen“ Probenphase, überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft, Interesse am Spiel, ausgeprägte Teamfähigkeit, hohe Belastbarkeit und Frustrationstoleranz…) Außerdem hat der Kursleiter/die Leiterin oft eine Idee von der Art des aufzuführenden Stückes, manchmal auch bereits einen definitiven Vorschlag.
  3. Die Angebote der anderen Kurse werden mehr oder weniger konkret vorgestellt. Manchmal gibt es Vorgaben (wie im Schuljahr 2005/2006, in dem der Literaturkurs an der Vorbereitung der Gedenkfeier zum 27.01.06 teilnehmen sollte), meistens aber wird von der Kursleitung nur der Rahmen des Möglichen abgesteckt, innerhalb dessen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach ihren Interessen und Möglichkeiten wählen können.
  4. Da in diesem Anfangsstadium Vieles noch unklar oder in der Schwebe ist, steht die genaue Kurszusammensetzung oft erst nach ca. zwei Wochen fest.

Aufbau der Kurse

Alle Kurse sind durch drei Phasen gekennzeichnet:

  1. Einführungsphase; Kennenlernen der Möglichkeiten und Methoden, Erwerb von Fähigkeiten (z.B. Schauspieltraining, Kennenlernen von bestimmten Textsorten oder Schreibtechniken, Kennenlernen und Verstehen von Elementen der Filmsprache und Erlernen der Bedienung eines Video-Camcorders)
  2. Erarbeitungsphase; Produktion des zu Präsentierenden
  3. Präsentationsphase: mehr oder wenige öffentliche Darbietung. Die Öffentlichkeit kann auf den Kurs oder die Jahrgangsstufe beschränkt werden. Es gibt vielfältige Möglichkeiten der Darbietung: Theateraufführung, Filmvorführung, Ausstellung, Radiosendung, Internet-Seite, DVD, CD-ROM…
    Anschließen soll sich eine Auswertung der Darbietung und der Reaktionen darauf. (Auswertung von Rezensionen, Publikumsbefragungen, kritische Reflexion im Kurs, ggfs. Überarbeitung des Produktes…)

Leistungsbewertung

Die Leistungsbeurteilung im Literaturkurs ist nicht einfach. Deshalb ist wahrscheinlich über das Thema in keinem anderen Fach intensiver nachgedacht worden als hier.

Klausuren werden nicht geschrieben. Leistungsnachweise können wie in allen anderen Grundkursen auf vielfältige Art und Weise erbracht werden:

  • im Unterrichtsgespräch
  • über Hausaufgaben
  • durch Referate
  • durch das Schreiben von Protokollen

Daneben gibt es je nach dem Bereich, in dem der Kurs angesiedelt ist, vielfältige Formen besonderer Lern- und Arbeitsformen, die in den Richtlinien genau beschreiben werden.

Alle Kursteilnehmer/innen müssen in den Bereichen Gestaltung, Analyse, Planung und bezüglich ihrer Kommunikations- und Teamfähigkeit beurteilt werden. Hinzu kommen ihre Leistungen entweder im handwerklich-technischen oder im organisatorischen Bereich.

Seit über 20 Jahren gibt es regelmäßig mindestens einen Theaterkurs, der in eine „große“ Schultheateraufführung mündet. Wer erfahren will, welche Theaterstücke am Leo (bzw. an den beiden früheren Leopoldinen) seit den Fünfzigerjahren bis 2001 zur Aufführung gebracht wurden, kann zum Preis von € 3,00 eine CD-ROM bei Herrn Hartings bestellen, auf der neben zahlreichen Fotos, Plakaten und Programmheften auch Ausschnitte aus den Videoaufzeichnungen jüngerer Aufführungen (1991-2001) enthalten sind (Format: QuickTime).

In den letzten Jahren gab es folgende Inszenierungen:

Jahr

Titel

Autor

Regie

2002

Die Physiker

Friedrich Dürrenmatt

Karsten Lämmchen

2003

Die Odyssee. Tragikomödie

Hans Hartings

Hans Hartings

2004

Komödie im Dunkeln

Peter Shaffer

Karsten Lämmchen

2005

Der Besuch der Alten Dame

Friedrich Dürrenmatt

Anja Schalow

2006

Backstage. Rise & Fall

Hans Hartings

Hans Hartings